Sakrament der Buße/Versöhnung

„Das wirst du mir büßen!“ Dieser Ausruf wirkt hasserfüllt und rachsüchtig. Er lässt leicht vergessen, dass „büßen“ sich von dem Wort „bessern“ ableitet und insofern etwas Gutes ist. Jesus verkündet Gott als barmherzigen Vater, der den verlorenen Sohn mit offenen Armen wiederaufnimmt und dessen neidischen Bruder beschwört, an der Versöhnungsfreude teilzuhaben. Gott ist immer dazu bereit, uns Menschen zu verzeihen, wenn wir in die Irre gegangen sind und uns verrannt haben. Hinter der Buße stehen kein finsterer Rächer und kein Moralapostel. Sie entspringt vielmehr der Liebe Gottes, der „kein Gefallen am Tod des Schuldigen [hat], sondern daran, dass ein Schuldiger sich abkehrt von seinem Weg und am Leben bleibt“ (Ezechiel 33,11).

Das erste und ureigene Sakrament der Sündenvergebung ist die Taufe (siehe dort). Christ(inn)en mussten jedoch schon zu biblischen Zeiten erleben, dass sie nach ihrer Bekehrung und Taufe aufs Neue der Versuchung nachgaben und sündigten. In solchen Fällen dürfen wir einem Priester als „Beichtvater“ unter vier Augen unsere Schuld bekennen, die wir bereuen. Dann spendet er uns das Sakrament der Vergebung, das unsere Schuld tilgt. Wir sind wieder mit Gott versöhnt, aber auch mit den Menschen, von denen wir uns durch unsere Sünde getrennt hatten. Die Buße, die uns der Beichtvater aufgibt, dient dazu, uns zu bessern.

Die Beichte vermittelt uns die befreiende Erfahrung, die schon die alttestamentlichen Psalmen kennen: „Solang ich es verschwieg, zerfiel mein Gebein, den ganzen Tag musste ich stöhnen. … Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. … Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben“ (32,3.5). Wie sehr wäre allen Menschen dieses befreite und befreiende Aufatmen zu wünschen!