Weihe

Als Jesus umherzog, um das Evangelium zu verkünden und Krankheiten zu heilen, hatte er Mitleid mit den vielen Menschen, „denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben“. Darum forderte er seine Jünger auf, Gott um „Arbeiter für seine Ernte“ zu bitten (vgl. Matthäusevangelium 9,35-38), die den Gläubigen Halt und Orientierung geben. Er wusste, dass seine „Herde“ ohne „Hirten“ schutzlos wäre und sich zerstreuen würde, wenn sie angegriffen wird.

Darum tat Christus etwas für seine Zeit Ungewöhnliches: Er berief zwölf Männer, die uns als Apostel bekannt sind, und begründete so das apostolische Amt in der Kirche. Den Nachfolgern der Apostel schärfte der heilige Paulus ein: „Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat!“ (Apostelgeschichte 20,28).

Schon sehr früh unterschied man drei Stufen des einen, apostolischen Amtes: Die Fülle der Weihevollmacht und kirchlichen Leitung hat der Bischof inne. Anteil daran erhalten die Priester, die den Bischof in den vielen Gemeinden gewissermaßen gegenwärtig setzen. Bischöfe und Priester handeln in der Person des herrschenden Christus, unseres Hohepriesters: Durch sie wirkt er als oberster Hirt und als Haupt der Kirche, die nicht nur seine Herde darstellt, sondern auch seinen Leib. Die dritte Weihestufe ist die der Diakone, die nicht den herrschenden, sondern den dienenden, sich erniedrigenden Christus verkörpern. Einige von ihnen lassen sich später zu Priestern weihen, während andere Ständige Diakone bleiben. Diese sind oft verheiratet und haben Familien. Diakone dienen den Gläubigen in der Verkündigung, dem Gottesdienst und der praktischen Nächstenliebe.

Gleich ob jemand zum Bischof, Priester oder Diakon geweiht wird: Er empfängt die Gnade des Sakraments nicht für sich selbst, sondern zugunsten derjenigen, die ihm und seiner Hirtensorge anvertraut sind. Darum zählt man die Weihe zu den „sozialen Sakramenten“.