Einführung

Wer seinem Kind Gutes tun will, der gibt ihm in der Regel etwas, was zu diesem Kind passt: was es verwenden kann. Gott macht das genauso: Er will uns seine Gnade, Liebe und Zuwendung schenken. Diese aber sind unsichtbar, während wir Menschen Wesen (auch) aus Fleisch und Blut sind. Darum verbindet Gott das Heil, das er uns schenkt, häufig mit sichtbaren Zeichen.

Das hat er schon getan, als er uns seinen Sohn gab! Der 1. Johannesbrief beginnt mit den Worten: „Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben vom Wort des Lebens … das verkünden wir auch euch“ (Verse 1-3). Ein Wort – auch das „Wort des Lebens“ – ist unsichtbar. Christus dagegen, das Wort Gottes, ist Mensch geworden. Darum konnte man es nicht nur hören, sondern auch schauen, ja mit den Händen anfassen. In Christus lässt sich der unfassbare Gott in gewisser Weise „begreifen“.

Die Kirche setzt dieses Prinzip fort. Gott macht sie zum Werkzeug seines Heils - trotz aller Schwächen und Fehler, ja sogar Sünden und Verbrechen in ihren Reihen. Das zeigt sich in besonderer Weise an den sieben Sakramenten, die Christus als sichtbare Zeichen und Mittel für Gottes unsichtbares Heil eingesetzt hat. Jedes von ihnen schenkt uns eine mit den Sinnen erfahrbare Begegnung mit Christus, in unterschiedlichen Formen und Intensitäten. Papst Leo der Große hat in diesem Sinne einmal gesagt: „Was an unserem Erlöser sichtbar war, ist in die Sakramente eingegangen.“ Durch die Sakramente wird die Liebe Gottes buchstäblich „handfest“. Sehen wir uns das einmal genauer an!